Das ist Glen. Wir wurden darum gebeten, bei seiner Vermittlung zu helfen.
Hier ist das, was seine Pflegestelle über Glen sagt:

Darf ich euch diesen jungen Mann vorstellen? Ein 2,5 Jahre alter Border Collie mit Vorgeschichte, der definitiv immer etwas „besonderes“ sein wird – oder sagen wir, er ist „anders“.

Als er zu mir kam, musste er für die Fahrt und das Anlegen eines Maulkorbs sediert werden, es kamen diverse Zwangsverhalten und Ängste ans Tageslicht und es zeigte sich, er muss das Zusammenleben mit dem Menschen bei mir komplett neu lernen. Ich habe mit einer Katastrophe auf vier Beinen gerechnet. Was soll ich sagen: Ja, der Hund ist definitiv gestört, aber er ist ein echt lieber Kerl und so gar keine Katastrophe! „Normal“ wird er allerdings nie werden, mehr dazu unten. Derzeit arbeiten wir an den entsprechenden den Alltag betreffenden Verhaltensbaustellen, jedoch kann eine Vermittlung nun schon in Angriff genommen werden, denn er saugt das Training und damit alternative Verhaltensweisen auf wie ein Schwamm! Interessenten sind also herzlich eingeladen, ihn schon mal kennenzulernen!

Natürlich gibt es noch mehr Positives zu sagen, als dass er einem Trainingserfolge beinahe schenkt (ja, er ist vergleichen einfach lenkbar, aber er BRAUCHT auch Menschen, die ihn lenken, auf die er sich verlassen kann, um sich in seinem Alltag zurechtzufinden): er ist stubenrein, kann stundenweise alleine zu Hause bleiben, ist allgemein sehr brav im Haus, nicht überdreht oder laut, und, er versteht sich sehr gut mit anderen Hunden beider Geschlechter. Katzen kennt er bisher nicht, einen „Katzentest“ hat er aber bestanden, sodass Potential zum Zusammenleben mit Katzen gegeben ist. Er ist grundsätzlich ein lieber und netter Hund, der sich gerne kraulen lässt, auch von Fremden. Plötzliche Annäherungen machen ihm teilweise Angst, aber nimmt man sich Zeit, taut er innerhalb weniger Minuten auf. Grober Umgang ist gar nichts für ihn!

Nun zu seinen Verhaltensauffälligkeiten: er kreiselt auf der Suche nach seinem Schatten um sich selbst und springt dann auf seinem Schatten herum (also eine Art "Jagen" seines eigenen Schattens), jagt Besen, Motorräder und Autos, kann noch nicht im Auto mitfahren sondern zeigt dort massiven Stress. Er hat teilweise große Angst vor Berührungen, zum Beispiel an den Pfoten oder allgemein beim Tierarzt. Generell hat er viel Vertrauen zum Menschen verloren. Hinzu kommt, dass er (wie auf den Fotos erkennbar) auf einem Auge blind ist (durch Gewalteinwirkung oder falsche Behandlung). In Verbindung mit isolierter Haltung und einem unangemessenen Umgang mit ihm in der Vergangenheit, ist es für ihn als unsicheren Hund sehr schwierig, nur noch die Hälfte zu sehen. Er kann hierdurch inadäquate Reaktionen zeigen, zum Beispiel Schreckreaktionen vor banalen Dingen wie Grasbüscheln. Er ist kein Beißer und sucht/möchte keine Konflikte, er geht nicht auf Ärger zu, sondern weicht wenn möglich aus! Aber er kann sich im Alltag schlecht orientieren (das blinde Auge, mangelnde Erfahrungen) und hat noch viel Stress, das kann potentiell natürlich dazu führen, dass er schnappt. Nach mir hat er noch nie geschnappt! Auch nicht in einengenden Situationen oder bei Angst! Er ist aufgrund seines blinden Auges schwierig „les-“ und einschätzbar, aber wenn man ihn kennt, weiß man ihn zu nehmen. Die Situationen, in denen er schwierig reagiert, sind außerdem gut eingrenzbar. Bei den Vorbesitzern soll er bei Frust/Stress in Füße geschnappt haben, ernstlich gebissen oder verletzt soll er aber auch dort niemanden haben.

Kinder sollten nur im Haushalt leben, wenn ein entsprechend hohes Verantwortungsgefühl in Sachen Kind/Hund gegeben ist, lieber wäre mir ein Haushalt mit Kindern ab dem Teenageralter. Dafür darf aber gerne ein anderer Hund vorhanden sein! Eine Einzelstelle wäre genauso gerne gesehen. An Katzen im potentiellen Zuhause sollte es nicht scheitern. Gesucht sind Menschen mit ruhigem Lebensumfeld und viel Gelduld/Verständnis, die ein Herz für einen wirklich armen Schlumpf haben und bereit sind, Rücksicht auf ihn zu nehmen. Ich arbeite mit ihm bis zu seiner Vermittlung an den Verhaltensauffälligkeiten weiter, sodass er dann auch gut im Auto mitfahren kann uns seine Ängste und Zangsverhalten in einem händelbaren Rahmen sind. Seine neuen Halter müssen jedoch damit rechnen, nie einen "normalen" Hund zu haben! Für Hundesport etc. ist er nur sehr begrenzt geeignet, lange Spaziergänge und sein Alltag fordern ihn zudem schon ausreichend. (Beschäftigungsmöglichkeiten im kleineren Rahmen wird er aber sicher gerne mitmachen.) Im Alltag ist er der unbeholfenste Hund den ich je erlebt habe, läuft gegen Wände und diverse Gegenstände, verliert die Kontrolle über seine eigenen Beine, kriegt viele für andere Hunde offensichtliche Dinge überhaupt nicht mit und ist oft „in seiner Welt unterwegs“. (Dahingehende tierärztliche Untersuchungen waren ohne Befund, sodass sein Verhalten mit dem blinden Auge und seiner Vorgeschichte erklärt werden.) Er kommt nicht aus einer Hütelinie und zeigt wenig Hüteverhalten, was auch gut so ist, da er am Vieh niemals einsatzfähig wäre. Derart schwierig, dass er nur an „Hundeprofis“ vermittelbar wäre, ist er definitiv nicht. Hundeerfahrung in Verbindung mit Grundkenntnissen in Sachen Verhalten und Training sowie die Bereitschaft, weiter mit ihm zu arbeiten, müssen aber gegeben sein!

Da ich beruflich Hundetrainerin bin, unterstütze ich seine neuen Halter auch nach Vermittlung noch sehr gerne, sodass sie nicht "alleine dastehen" würden, wenn Probleme auftauchen sollten!

Er lebt im Landkreis von 31134 Hildesheim und kann hier gerne kennen gelernt werden. Er ist kastriert, ist geimpft (EU-Heimtierausweis), gechipt und wurde eingehend tierärztlich untersucht sowie gegen Parasiten behandelt.

Vermittlung mit Schutzvertrag und Vorkontrolle. Die Schutzgebühr von 250 Euro ist Verhandlungsbasis.

Wenn Sie diesem Hund ein gutes Zuhause geben möchten, rufen Sie Petra Sakar unter Telefon 05065 2274907 an. Natürlich können Sie auch eine Email senden: petra.sakar@rumaenische-findelhunde.de